Deadvlei
Stille, Sand und ein Moment, der bleibt
Manche Orte sind so surreal, dass man sich nicht sicher ist, ob man träumt oder wacht. Das Deadvlei im Herzen der Namib-Wüste ist genau so ein Ort. Ein ausgetrocknetes Salz-Ton-Pfannental, umgeben von riesigen Dünen – und dazwischen: schwarze, abgestorbene Kameldornbäume, die seit über 800 Jahren stehen, als hätte die Zeit sie vergessen.
Übernachten direkt am Tor zur Wüste – Dead Valley Lodge
Wir hatten das große Glück, in der Dead Valley Lodge | Sossusvlei untergebracht zu sein – direkt im Namib-Naukluft-Nationalpark. Ein echter Vorteil: Gäste dieser Lodge dürfen bereits ab 6 Uhr morgens in den Park fahren, während alle anderen draußen auf das offizielle Gate um 7 Uhr warten müssen.
Von Dunkelheit zur Dämmerung – die Fahrt ins Deadvlei
Noch im Dunkeln starten wir. Die Strecke zum Deadvlei beträgt etwa 60 Kilometer, doch durch die leicht sandige, aber geteerte Straße und das weiche Licht des Morgens dauert es knapp eine Stunde. Mit jeder Minute wird der Himmel heller – ein wunderschöner Übergang von Nacht zu Tag.
Die Entscheidung: Offroad oder nicht?
Am offiziellen Parkplatz angekommen stehen wir vor der Frage: Fahren wir die letzten 4 km durch Tiefsand – oder laufen wir (was kaum möglich ist)? Ich bin kein Autofan, und ehrlich gesagt: Offroadfahren ist nicht mein Ding. Aber irgendwie entscheiden wir uns doch dafür – und ich bin so froh, dass wir es gemacht haben. Im Nachhinein hätte ich mich wirklich geärgert, wenn wir es nicht gewagt hätten.
Ein Fußweg – und dann: Gänsehaut
Nach dem Offroad-Abschnitt parken wir auf dem zweiten Parkplatz. Von dort führt ein rund 20-minütiger Fußmarschüber Sand und durch Stille bis zum Deadvlei selbst. Und dann stehen wir da – genau in dem Moment, als die ersten Sonnenstrahlen über die berühmte Düne gleiten und die Szenerie in goldenes Licht tauchen.
Ein stiller, und in der Top 10 meiner emotionalsten Momente in meinem bisherigen Leben. Kein Wind, keine Geräusche – nur wir, ein paar andere Frühaufsteher, und dieser Ort, der wirkt wie von einem anderen Planeten.
Licht. Schatten. 800 Jahre Stille.
Die abgestorbenen Kameldornbäume stehen schwarz vor dem hellen Tonboden, umgeben von orangefarbenen Dünen. Ein Kontrast, den man so nur hier erlebt. Das Spiel aus Licht und Schatten, kurz nach Sonnenaufgang, ist magisch. Für Fotografie ein Traum – für den Kopf fast surreal.
Und das Beste: Es sind kaum Menschen da. Wer so früh unterwegs ist, teilt das Deadvlei vielleicht mit 30 – 40 Anderer. Später, wenn die Tagestouristen kommen, sieht das ganz anders aus.
Die Fahrt ins Deadvlei
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